
Bushido sorgt mal wieder für Schlagzeilen. Diesmal muss sich der Skandal-Rapper aber nicht hierzulande für seine Texte rechtfertigen, sondern in der Schweiz. Dort wird gerade ein tragischer Fall von Vergewaltigung verhandelt, bei dem Bushido eine Teilschuld zugesprochen werden soll. Zumindest wenn es nach dem Täter geht, denn der behauptet, er sei von den sexistischen Texten des Rappers beeinflusst worden.
Der 17-Jährige hatte 2005 mit sechs weiteren Jugendlichen ein 17-jähriges Mädchen vergewaltigt. Besonders die Texte in Bushidos "Drogen, Sex und Gangbang" hätten die Jugendlichen zu ihrer Tat inspiriert, so die Aussage der Anwälte. Drei der Haupttäter wurden später zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt. Politiker und Jugendschützer nehmen den Skandalprozess zum Anlass, auf die fehlende Zensur in der Schweiz aufmerksam zu machen.
In der Schweiz gebe es keinen Jugendschutz im Musikbereich, weil die Politik sehr auf Eigenverantwortung setze, so Hansjörg Ritter, Kommandant der Kantonspolizei AR und anerkannter Schweizer Jugendschützer. Auch Nationalrätin Brigitta Gadient sieht dringenden Handlungsbedarf. Sie ist der Meinung, dass Bushido mit seinen menschenverachtenden Texten sogar Grundrechte in Frage stelle. Ob Bushido sich in einem Exklusiv-Interview zu den Anschuldigungen rechtfertigt, ist bislang noch nicht bekannt.
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