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Überraschende Wende im R. Kelly-Kinderpornographie-Prozess. Dem Gericht wurde das belastende Videoband vorgeführt, das den Sänger angeblich beim Geschlechtsverkehr mit einem damals 13-Jährigen Mädchen zeigt. Kellys Anwalt bestreitet, dass es sich bei der Person auf dem Band um seinen Mandanten handelt. Als Beweisstück führte er dem Gericht ein Foto vor, das den Rücken des Sängers zeigte. R. Kelly hat dort nämlich ein Muttermal, und der Mann aus dem Video nicht. Damit sei, so der Anwalt, Kellys Unschuld bewiesen.
Das 27-minütigen Beweisband zeigt einen meist unscharf gefilmten Mann, der einem Mädchen monotome Anweisungen gibt. Sie hingegen nennt ihn "Daddy". Die Aufnahmen sind 2002 der "Chicago Sun-Times" zugesteckt worden. Die hat das Band dann der Polizei übergeben. Seither geht der Prozess nur schleppend voran. Angeblich fehlten eindeutige Beweise, und das mutmaßliche Opfer wolle laut der Staatsanwältin nicht vor Gericht aussagen. R. Kellys Anwalt sieht auch darin einen eindeutigen Beweis für die Unschuld seines Mandanten.
Jetzt gibt es allerdings eine Zeugin, die den Sänger schwer belastet. Die frühere beste Freundin des angeblich gefilmten Mädchens will sie eindeutig erkannt haben. Außerdem plauderte Simha Jamison aus, Kelly habe ihrer Freundin Geld gegeben, um shoppen zu gehen. Danach hätten sie den Sänger mehrfach in seinem Tonstudio besucht - ihre Freundin sei häufig auch dort geblieben, wenn sie schon nach Hause gegangen sei. Auf Bildern identifizierte Jamison Räume in Kellys früherem Anwesen, die auch auf dem Video zu sehen sein sollen. Der Prozess wird fortgesetzt.
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