Ende November war es mal wieder soweit. Der irische Sänger Chris de Burgh machte halt in Hamburg und spielte im ausverkauften Saal 1 des Congress Centers eines seiner mittlerweile über 3.000 Konzerte. Bei dieser Gelegenheit stellte der Mann, den die meisten dank seines wahrlich kitschigen Hits ''Lady in Red'' kennen, sein neues Album mit dem Titel ''The Storyman'' vor. Bei diesem Album geht es in gewohnt liedermacher-artiger Manier um ein Konzept. Chris de Burgh erzählt diverse Geschichten, die so oder so ähnlich ihm oder nur in seiner Fantasie passiert sind. Das ganze wird dann effektvoll mit dem typischen Sound von Chris de Burgh komplettiert, so dass, ähnlich wie bei einigen frühen Werken, ein zusammenhängendes Album entsteht, dass man im Gesamten beurteilen muss.
Die Show an sich war relativ nüchtern. Chris de Burgh ist keiner, der großartig auf Effekte oder imposante Bühnenbilder setzt. Er will Geschichten erzählen und die Musik sprechen lassen. Entsprechend auch das Publikum, das auf den Rängen zahlreich erschienen war und seinen Helden des Abends trotzdem ausgiebig feierte. Denn man muss es sagen: Obwohl Chris de Burgh wie gesagt überwiegend als ''Schnulzensänger'' bekannt ist (eben wegen dieses einen bestimmten Welthits), kann er auch richtig rocken. Das hat er früher in der Tat häufiger gemacht, aber auch bei seinem aktuellen Auftritt in Hamburg konnte er so ganz von der Lead-Gitarre nicht lassen.
Das führte dann auch dazu, dass Chris de Burgh am Ende seines dreistündigen (!) Konzerts noch eine echte Rockstrecke ablieferte. Teile des Publikums verließen ihre Plätze und stürmten den ''Innenraum'', der natürlich viel zu klein war. Ihrem Idol ganz nah, verfolgte die ''abtrünnige Menge von Rockern'' den Rest des de-Burg'schen Auftritts mit viel Power, denn zum Schluss brachte er die wirklich großen Hits wie ''Don't pay the Ferryman'' und natürlich ''High on Emotion''. Zur eigenen Überraschung muss man hier wirklich den Hut vor de Burgh ziehen, denn er ging einfach nur ab. Kaum zu glauben, wenn man ihn nicht genauer kennt.
Abgerundet wurde der Auftritt übrigens noch von einer sehr interessanten Swing-Version seines sehr alten Songs ''Moonlight and Vodka'' und einer Unplugged-Version von ''Lady in Red''. Relativ stilecht war just an diesem Abend eine in Rot gekleidete Frau anwesend. Das ließ sich de Burgh nicht nehmen und stieg hinab in die Menge, um der Glücklichen gleich die Hand zu schütteln. Alles in allem ein gelungenes Konzert, was zu einem großen Teil auch an der hervorragenden Band von Chris de Burgh lag.

