Das hat es in der 51-jährigen Geschichte des Eurovision Song Contest noch nie gegeben. Härter, aggressiver, monströser: die finnländischen Hardrocker Lordi ließen die restlichen 23 teilnehmenden Länder in Athen beim Eurovision Song Contest 2006 aus Griechenland hinter sich und konnten mit entscheidenden 292 Punkten den diesjährigen Songcontest für sich entscheiden.
Ein Song mit Mitsingen á la Abba? Fehlanzeige? Ein Lied mit Gefühl wie Johnny Logans ''Hold me now?'' Keine Chance. Die Trend-Entwicklung aus viel Show, opulenten Kostümen und ungewöhnlichen Performances wie es Ruslana 2004 oder ''My Number One'' von Helena Paparizou im vergangenen Jahr gezeigt haben, setzt sich weiter fort.
Die Schockrocker aus Finnland mit Monstermasken und ihr ''Hard Rock Hallelujah'' überzeugten überraschend alle der insgesamt 38 Länder, die ihre Stimme in Griechenland abgaben. Immer wieder wurden 12 Punkte an Finnland vergeben. Der deutsche Beitrag von Texas Lightning ''No no never'', der in der Olympiahalle Athen im Vorwege eigentlich schon zu den Favoriten gehörte, wurde vom Rest Europas nicht so wahrgenommen, wie es sich Olli Dittrich und seine Band gewünscht hätten. Sie schafften ''nur'' den 15. Platz.
Auch Thomas Hermanns und Georg Uecker, die die deutsche Grand-Prix-Party vor und nach dem Song Contest moderierten, trauten ihren Augen nicht, als die Gewinner ''Finnland'' bekannt gegeben wurden. Schon nach der Punktevergabe Griechenlands war Finnland mit seiner Punktzahl nicht mehr aufzuholen. Da halfen auch zwölf Punkte aus Bulgarien für Griechenland nicht mehr.
So bunt und musikalisch vielseitig ist der Eurovison Song Contest noch nie gewesen. Nach dem Sieg der Finnen bleibt abzuwarten, wie aggressiv im nächsten Jahr die Teilnehmer auftreten werden. Trotz des Schocks wegen des Siegs der harten Finnen, beruhigte Kommentator Peter Urban die sicher aufgewühlten Zuschauer aus Deutschland mit den Worten: ''Ich habe die mal getroffen. Das sind ganz harmlose Jungs.''

