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Pohlmann
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Pohlmann gilt momentan noch als ''Geheimtipp'': Ein Siegel, das sich der Songwriter vergangenen November und Dezember u. a. im Vorprogramm von KT Tunstall und Vonda Shepard erspielt hat. Mit erdigen Klängen zwischen der Ursprünglichkeit und dem Glauben eines Ben Harper und der Leichtigkeit eines Jack Johnson. Klänge voller Melancholie und Hoffnung, Wut und Freude. Wie seine Texte. Pohlmann singt von der Seltsamkeit der Liebe, der Seltsamkeit und den Widersprüchen des Lebens, den kleinen ''Kriegen'', die wir im Inneren kämpfen, der Sehnsucht nach Liebe und Freiheit zugleich, zwischen Heimweh und Fernsucht! Kurz: Pohlmann singt davon, wie es sich anfühlt am Leben zu sein und überrascht mit einer tiefen, sensiblen und gleichzeitig entwaffnenden Ehrlichkeit, die man lange nicht mehr gehört hat.

Wenn Pohlmann auf der Bühne steht, die ersten Akkorde auf seiner Akustikgitarre anschlägt und die ersten Zeilen singt, dauert es nicht lange, bis er die ungeteilte Aufmerksamkeit des Publikums hat. Gespräche verstummen, es wird ungewöhnlich still, und jeder hört wohlwissend zu, weil uns der Junge da oben aus der Seele spricht, während er seine völlig entkleidet.

Auf seinem Debüt-Album ''Zwischen Heimweh und Fernsucht'' schlägt Pohlmann Klänge an, die im Folkblues beheimatet sind und mit Rock- und Popelementen angereichert wurden. Sein Sound, den er selbst als ''erdig'' beschreibt, schwingt zwischen Tracy Chapman, Ben Harper und Tom Waits, wandert zwischen Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt, zwischen Melancholie und Hoffnung. Dabei überraschen seine Texte mit einer tiefen, gefühlvollen und entwaffnenden Ehrlichkeit, die es nicht nötig hat, Masken zu tragen. Masken, die wir anlegen, um zwischen den Gegensätzen des Lebens zu bestehen! ''Der Mensch steht allein zwischen all den Widersprüchen des Lebens. Und weil wir alle so tun, als gäbe es keine Widersprüche, um Frieden zu erlangen, verhält sich der Einzelne nach außen anders, als er die Dinge im Inneren empfindet. Man verkleidet sein Verhalten bis man sich selbst fremd geworden ist. Ich versuche in diese Einsamkeit zu gelangen und hinein zu schreien: Es gibt andere wie dich!'' Wie Pohlmann, der keines Falls Antworten liefern möchte!

''Ich sehe mich als Versuchslabor Mensch. Von den Erkenntnissen, die ich dort finde, versuche ich auf den Menschen zu schließen. Dabei ist es wichtig, ehrlich zu sich zu sein. Ich bin genauso von Neid und Frust geplagt, vom dumpfen in den Tag Hineinleben betäubt, von der Sucht der Selbstvergessenheit ergriffen, untreu, voller Zweifel über mein Tun und in geheime Wünsche flüchtend, wie viele andere. Ich habe keine Antworten, ich kann nur Gemeinsamkeiten anbieten.''

Diese Gemeinsamkeiten, sind es, die Pohlmann direkt ins Herz schießen lassen! Gemeinsames Hoffen auf wahre Liebe, gemeinsame Suche nach dieser - geprägt von der Furcht, seine Gefühle als erster zu erkennen zu geben. Gemeinsame Angst davor, kein Echo zu erhalten (''An Mina''). Dieses hin- und hergerissen sein zwischen Wurzeln schlagen, sich zu binden wollen und dem Drang nach Freiheit – alleine in die Welt zu ziehen, sich selbst zu erkunden. Das Bedürfnis nicht alles zu jeder Zeit vor dem anderen auszubreiten – sich zu erklären! Der Traum davon, mit einem Anker am Boden in die höchsten Lüfte aufsteigen zu können! Diese Scheu vor Commitments (''Zwischen Heimweh und Fernsucht''). Diese Momente, in denen man von den eigenen Ängsten, Selbstzweifeln, Gedanken oder der eigenen Moral gefangen gehalten wird, nicht am Leben teilnimmt, den Weg nicht beschreiten kann, den das Herz schon lange weist (''Dämon'')!

Diese Phasen, in denen die Resignation nur im Rausch der Nacht durchbrochen wird, in denen plötzlich alles ganz klar erscheint und der Mut zurückkehrt, sein Leben zu regeln – der allerdings mit dem Rausch am nächsten Morgen schwindet (''Zurück zu dir'')! Gemeinsames Hoffen auf ein Morgen - nach einer Trennung! Dieser Optimismus und das Wissen, dass sich das Wagnis allein zu sein jetzt lohnt, und das die Welt Morgen schon wieder anders, besser aussehen kann – auch wenn dieser Kampf verloren ist (''Morgen schon''). Diese leise Ahnung von ''Fremdbestimmung, die einem das sichere Gefühl gibt, nicht schutzlos durchs Leben zu gehen. Sich das Urvertrauen ins Leben bewusst machen (''Angst (Wenn die Nacht beginnt)'')! Die Auseinandersetzung mit dem Leben begleitet Pohlmann schon lange: ''Ich habe mich früh mit dem Bewusstsein auseinander gesetzt, dass ich lebendig bin'', sagt er. ''Ich glaube die Initialzündung vieler meiner Gedanken war der Moment, als ich meine Oma abends vorm zu Bett gehen fragte, ob ich auch mal sterben müsse und sie kein großes Getue um die Antwort machte. Jaja sagte sie, und tröstete mich mit den Worten, dass ich mir darüber noch nicht den Kopf zerbrechen soll - aber da war das Kind schon in den Brunnen gefallen! Ich habe später oft mit einem Kumpel zusammen gesessen und über die Fragen des Lebens gerätselt. Warum bin ich hier? Was bedeutet Zeit? Wo liegt Anfang und Ende der Dinge? Eigentlich habe ich mir damals schon dieselben Fragen gestellt wie heute!''

Den Videoclip zu Pohlmanns aktueller Single ''Wenn jetzt Sommer wär'' gibt es hier zum Anschauen für den RealPlayer.

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