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2007

Enrique Iglesias Interview: Der Spanier mit dem tollen Job

Enrique Iglesias Interview: Der Spanier mit dem tollen Job | Top Story
Enrique Iglesias Interview
Der Spanier mit dem tollen Job

Seit Juni ist das aktuelle Album von Enrique Iglesias mit dem Titel "Insomniac" auf dem Markt. Im Interview verrät der spanische Frauenschwarm, wie seine Karriere in Deutschland begann, was er von verwöhnten Kindern hält und wie es sich mit falschen Freunden im Musikgeschäft verhält. Natürlich geht es aber auch um die neue CD.

1996 warst du das erste Mal in Deutschland. Was verbindet dich noch mit dem jungen Mann von damals?

Ich weiß nicht, eigentlich fühle ich mich immer noch wie ein Kind. Mein Gott, elf Jahre! Die schlimmste Promotion war in jenen Ländern, in denen ich damals keine Platten verkaufte, z. B. in Deutschland. Die haben mich in einen Raum gesteckt und ich musste ein Interview nach dem anderen machen.

Und wie kommst du heute damit zurecht, dass du Promotion machen musst?

Ich komme schon damit klar, denn ich finde, dass ich einen tollen Job habe. Vielleicht habe ich es früher als etwas Selbstverständliches betrachtet. Wenn du etwas älter wirst, lernst du es mehr schätzen. (Man darf nicht vergessen) Ich war damals erst 19.

Wie sehr hat dir das Studium der Betriebswissenschaften geholfen, mit einigen Aspekten des Musikgeschäfts zurecht zu kommen?

Es war nicht so sehr das Studium, als vielmehr der Umstand in einer Familie aufzuwachsen, die mir auf den Weg gegeben hat, worum es im Showgeschäft ging.

Viele Kinder, die in ähnlichen Verhältnissen aufgewachsen sind, scheinen das nicht zu wissen.

Es gibt zwei Möglichkeiten, wenn man in einer Familie wie meiner aufwächst. Es gibt den guten oder den schlechten Weg. Der schlechte ist, dass man ein verwöhntes Kind ist, das alles als selbstverständlich hinnimmt und das immer alles hatte, was es haben wollte. Der andere Weg ist, wenn man kapiert, wie schwer es ist. Dass man Tag und Nacht arbeiten muss, um etwas zu werden. Dass man kapiert, dass man diszipliniert sein muss.

Was hältst du denn von verwöhnten Kindern?

Ich finde, das ist das schlimmste, was man (als Eltern) tun kann. Verwöhnte Kinder – zumindest die meisten, die ich kennen gelernt habe – enden ohne Antrieb, ohne Disziplin, und ohne Ziele. Faulheit ist ansteckend. Haben sie schon mal bemerkt, dass wenn man faul ist, dass es dann immer schlimmer wird. Es wird fast zu einer Krankheit, die man stoppen muss.

Redest du jetzt von bestimmten Leuten?

Manchmal weiß man nicht, was man von bestimmten Leuten halten soll. Entweder sind sie extrem intelligent oder manchmal sind sie so blöd, dass sie es selbst nicht mitbekommen. Aber ich hasse es, über Leute zu reden, die ich nicht kenne. Ich rede jetzt allgemein über Kinder von reichen und berühmten Leuten. Ich habe das oft genug gesehen. Ich finde es ganz schlimm, denn es führt dazu, dass alle Kinder von solchen Leuten ein schlechtes Ansehen haben.

Aber es hängt schließlich von jedem selbst ab, mit wem man sich umgibt, oder?

Mit wem man sich umgibt, ist das Eine. Aber es geht auch darum, wie man erzogen wurde. Es beginnt bei den Eltern. Wenn sich Eltern manchmal über ihre Kinder beschweren, dann liegt es trotzdem zu allererst bei Ihnen. Es mag Ausnahmen geben, aber generell beginnt es Zuhause. Wenn dein Vater dir Disziplin beibringt, wenn deine Eltern dir Disziplin beibringen, oder wenn sie die richtigen Leute haben, die dir Disziplin und die wichtigen Dinge im Leben beibringen, dann wirst du auch mit großer Wahrscheinlichkeit die richtigen Dinge im Leben machen.

Aber gerade im Showgeschäft gibt es doch so viele falsche Freunde, die dir sagen, wie toll du sind – solange du Erfolg hast.

Man muss sich mit guten Leuten umgeben, mit Leuten, denen man vertraut. Wenn man sich mit Leuten umgibt, die dir nur nach dem Mund reden und dir nie die Wahrheit sagen, verliert man den Blick auf die Realität.

Wie sehr nervt es dich, wenn du immer wieder auf deinen Vater angesprochen wirst?

Überhaupt nicht. Ich verstehe es total. Wenn ich Journalist wäre, würde ich auch solche Fragen stellen.

Aber nach deiner Mutter fragt niemand!

Ja, klar. Aber mein Vater ist nun mal sehr berühmt. Also wollen die Leute vor allem über ihn sprechen. Aber ich habe nichts dagegen. Mein Dad ist ein toller Vater, er war immer ein guter Vater. Er hat uns beigebracht, respektvoll zu sein.

Von wem hast du mehr gelernt? Von deinem Vater oder von deiner Mutter?

Von wem ich mehr gelernt habe? Schwer zu sagen, das hängt davon ab. Ich glaube, ich habe viel von meinem Vater gelernt. Mein Vater musste sich gar nicht mit mir hinsetzen und mir etwas erzählen. Allein ihn zu beobachten und zuzusehen, was er tat, und wie er es tat – dabei habe ich sehr viel gelernt.

Reden wir über deine aktuelle Platte "Insomniac". Die CD beginnt recht ungewöhnlich. Warum hast du "Ring My Bells" an die erste Stelle gesetzt?

Dieser Song! Viele Leute haben mich gefragt, warum ich die CD mit diesem Song beginne. Aber mir gefiel er einfach – vor allem was den Sound betrifft. Wenn man sich den Song genau anhört, stellt man fest, dass es längere Phasen gibt, in denen ich fast nichts sage. Man kann gar nicht verstehen, was ich sage. Die Stimme ist einfach... (nur ein Sound). Ich habe den Gesang in einem Haus aufgenommen. Und dann haben wir überlegt, wie wir den Song verändern könnten.

Wie hat sich dein Stil als Songschreiber entwickelt?

Als ich mit 17 anfing, habe ich meine Demos zu allen möglichen Plattenfirmen geschleppt. Und ich habe immer dieselbe Antwort bekommen: Oh, nein, das ist zu einfach. Das wird niemals funktionieren. Es ist viel zu einfach. Das sind ja nur drei Akkorde – und auch die Melodie ist zu einfach. Diese Antwort habe ich jedes Mal bekommen. Bis zu dem Tag, als ein Typ von der Plattenfirma, die mich dann auch unter Vertrag nahm, kam und sagte: "Oh, mein Gott. Das ist genau das, was wir brauchen!" Und der Produzent, mit dem ich dann zusammen gearbeitet habe, sagte: "Verändere deine Songs bloß nicht!"

Deine Songs sind generell sehr melodisch. Welche Bedeutung hat die Melodie für dich?

Die Melodie? Natürlich müssen Melodie und Text zueinander passen. Es geht gar nicht so sehr darum, was ich genau sage, sondern darum, dass es in klanglicher Hinsicht zusammen passt. Außerdem hängt es davon ab, um welche Art Song es sich handelt. Z. B. "Ring My Bells" ist kein Song, der lebensverändernd ist. Bei diesem Song geht es mehr um ein Ambiente oder um eine Stimmung. Andrerseits gibt es natürlich auch Songs, bei denen der Text wichtiger ist.

Was hat dich zu "Don't You Forget About Me" inspiriert?

Das ist mein Lieblingssong auf dem Album. Ich liebe diesen Song, es war einer der ersten, die ich für das Album schrieb. Als wir begannen zu produzieren, schien es so, als würde er es nicht auf das Album schaffen. Wir haben ihn dann noch einmal komplett neu aufgenommen. Ich hatte den Song in einem Hotel auf der Gitarre geschrieben – und so hatte ich ihn zunächst auch aufgenommen. Diese Version hat mir sehr gefallen. Aber dann haben wir den Song bei der Produktion total aufgemöbelt. Es war immer einer meiner Lieblingssongs und ist sicher einer der intimsten Songs auf dem Album.

Fühlst du dich sich ein bisschen nackt, wenn du so einen Song singst?

Nein, nein. Vielleicht wäre es mir vor ein paar Jahren noch so gegangen. Aber inzwischen komme ich damit klar. Ich mag diese Zeile: "Love Is Just A Game / They Say Time Can Heal The Pain / Sometimes You Win Sometimes You Lose"

Glaubst du, dass die Liebe nur ein Spiel ist?

Nein, deshalb sage ich ja: "Sie sagen, Liebe sei nur ein Spiel..." Das ist eine Zeile, die einfach so entsteht. Und außerdem hat es mir gefallen, weil sie gut zu der anderen Zeile "Manchmal gewinnst du, manchmal verlierst du" passt.

Mit freundlicher Genehmigung von Universal Music.

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