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Laith Al-Deen Interview
Sie kamen alle mit Liebesliedern

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Laith Al-Deen gilt als einer der wenigen deutschen Sänger mit echtem Soul in der Stimme. In Kürze erscheint das neue Album des 1972 in Karlsruhe geborenen Musikers mit dem Titel "Die Liebe zum Detail". Aus diesem Anlass stand Laith Al-Deen im Interview Rede und Antwort und erzählte unter anderem über die Entstehung des Albums.

Die Single "Du" hat einen sehr eigenwilligen Schluss, am Ende einfach: "Jetzt ist aber gut" – warum das?

Wir haben das spät nachts aufgenommen und irgendwann, ich hatte so dieses Grinsen im Gesicht was schon so fest gefroren war, dieses immerzu "Nur Du. Liebe, Liebe, Liebe" und irgendwann dachte ich: "Es reicht. Jetzt langt es irgendwie". Ich will jetzt irgendwie, keine Ahnung, lass irgendwie rocken, ein bisschen, oder sonst irgendwas machen. Und wir fanden es alle sehr passend, weil die Nummer nicht ausschließlich positiv ist. Ist aber, beschäftigt sich nur mit diesem Gefühl, das man gerne auch, keine Ahnung, gegen irgendetwas läuft was man nicht möchte. Und ja, so als kleine, kleine Wiedergutmachung hinten (lacht) das man das vielleicht nicht zu ernst nimmt.

Der Song "Keine Wie Du" wird die erste Singleauskopplung sein. Warum wurde es gerade der Titel, worum geht es in dem Song?

"Keine Wie Du" ist so ein bisschen der Zusammenschmiss aus Gute-Laune-Erfahrung. Ich habe alle Schreiber, mit denen ich dieses Mal gearbeitet habe, sprich meine Produzenten und den ein oder anderen noch dazu, wohl angesteckt. Ohne jetzt zu sagen: "Hey, ich bin total verknallt und ich muss jetzt ein Liebeslied schreiben", sondern irgendwie kamen sie alle mit Liebesliedern an. Es waren so viele, dass wir aussortiert haben. Also ich habe dann irgendwann selber gesagt: "Jetzt reicht es. Einfach mit der guten Laune. Das ist ja, ist ja das Grab. Das ist grausam". "Keine Wie Du" ist trotzdem, ich kenne das Gefühl, sehr lange auf der, auf einer Suche zu sein, die auch dann nicht aufhört, wenn man es einfach mal gehen lässt. Aber nie jemanden gefunden zu haben, der mir dieses Gefühl gibt, die ich mich komplett darin bestätigt und das ist, finde ich gerade klasse. Also das ist auch was mir immer im Nachhinein auffällt.

Du hast gesagt, die Emotionen regieren dieses Album. Zum einen sind ja haufenweise Liebeslieder drauf, eben aber nicht nur. Warum also regieren die Emotionen auf Die Liebe zum Detail?

Das die, sozusagen diese, diese paar dunklen Geschichten mit reingekommen sind, musste sein. Weil, das ist sozusagen für mich genug passiert. Ich habe auch genug Geschichten einfach erzählt gekriegt, die ich so traurig fand, oder einfach so krass, dass die ein Stück weit mit in die Platte mit eingeflossen sind. Und dann war klar, das wird das Thema der Platte sein, das spiegelt sich im Titel jetzt gar nicht so sehr wieder, nur über das Wort. Aber es passt schon ganz gut zusammen.

Du hast das erste Mal mit einer Studioband zusammen gearbeitet. Mit deiner Band. Wie war das, war ja immerhin neu?

Diese Bandsession war deswegen neu, weil ich mit, mit sechs Songs, sechs Demos eigentlich, habe die verschickt und habe den Jungs gesagt: "Lasst uns nicht darüber sprechen, wir treffen uns", das war noch vor der Studiosession, "und machen einfach mal, nehmen auf. Und kucken mal, ob das überhaupt, wie wir dann tun als Studioband, ob das irgendeinen Sinn macht". Und haben schon mal die ersten zwei Tage fröhliche, fröhlichen Müll aufgenommen. Und haben da mal angefangen zu sprechen und ein bisschen zu ordnen, dem gesamten ein Gesicht zu geben. Und dann war zumindest mal klar, dass das die Band für die Studiosession sein wird. Und das aus so einer Art und Weise es anzugehen, trotzdem was rauskommen kann, was sich zu den anderen Sachen ganz gut ergänzt.

Warum ist zwischen deiner letzten Platte und der kommenden so viel Zeit vergangen, immerhin fast zwei Jahre?

Wenn man sechs Jahre am Stück ein Ziel verfolgt und, sagen wir mal, sich nicht immer Mittel bedienen kann, die wirklich einfach zu bedienen sind. Also wenn man zum Beispiel zwischen rein musikalisch mal ein bisschen hadert. Wenn man das Gefühl hat, man muss an seiner eigenen Person wahnsinnig viel verändern, man findet viel Gründe um irgendwelche Sachen einfach zu verdrängen. Zu sagen: "Ah, da denke ich mal nächstes Jahr drüber nach." Da kann man ganz schnell an den Punkt kommen, dass man feststellt, dass man eigentlich gar keinen Spaß mehr daran hat und dass man eigentlich gar nicht mehr möchte. Und das kann man dann auch noch mal zwei Jahre verschieben, na, eins. Und dann holt es einen ein und das passiert halt auch mir. Also ich hatte definitiv einfach keinen Bock mehr.

Die Wende, doch wieder Musik zu machen, kam mit einer Frau. Erzähl doch mal, was da passiert ist...

Sagen wir mal, ich habe es erst geschafft, aus meiner, aus meiner echten schlechten Laune-Phase, so drei Monate lang ging das, wieder raus zukommen als sich zufällig in den Urlaub fuhr, um dort mit einem Kumpel eine ehemalige Bekannte, na ja mehr als, na ja schwer zu sagen, was wir dann davor waren, gute acht Jahre lang, wiederzutreffen und mich Hals über Kopf zu verknallen, komplett. Und im Prinzip, diese Idee verfolgt mich noch bis jetzt. Ich habe das direkt in die Tat umgesetzt und werde auch dieses Jahr heiraten und fühle mich dabei, glaube ich, so wohl und so sicher wie nie zuvor. Und das ist ein erhebendes Gefühl und vor allen Dingen ist die Musik mal an Platz zwei gerutscht, und ich glaube, das war total wichtig, dass das passiert. Damit ich überhaupt mal wieder Spaß dran krieg, und das hat extrem gut funktioniert.

Ein Lied zu schrieben stelle ich mir nicht ganz einfach vor. Wie funktioniert das bei Dir, machst Du das gerne?

Zum kotzen. (lacht) Ich finde nichts schlimmer, als einen halbfertigen Text zu beenden. Wir hatten zum Beispiel für manche Songs vier Textversionen, weil sich keiner entscheiden konnte. Erst mal wollte niemand sagen: "Jetzt wird nicht mehr probiert, sondern das wird jetzt gemacht." Weil, man ist ja nach Hause gefahren, hat es sich angeschaut, kam am nächsten Tag zurück, irgendjemand anderes hatte einen Punkt, so nach dem Motto: "Ja aber, findste nicht, dass hmm hmmm hmm." Hast Dir gedacht: "Ja, hast auch wieder Recht." Und deswegen haben wir teilweise irgendwie sinnlos an Sätzen, also da ging es um zwei Worte dann irgendwie. Zwei Worte, drei Stunden diskutiert, völlig bescheuert. Im Nachhinein hat es sich aber gelohnt und das ist auch das anstrengendste. Also es hat echt genervt.

Der Song Stille hört sich sehr nach 80ger Jahre-Sound an. Wie stehen deine Freunde dazu?

Meine Freundin findet es furchtbar, findet es grausam, genau deswegen. Also sie steht auf 80er Sachen, aber die Nummer zum Beispiel, findet sie furchtbar. Ein Freund von mir findet es klasse, genau aus dem Grund. Weil er sagt, ich mag, ich steh auf den Sound, ich stehe auf die Anlegung und das, ich mag das bei Nummern, wenn du dich entscheiden kannst. Wenn die Nummer nicht ne Nummer ist, die überhaupt nicht stört, in keiner weise stört. Solche Nummern sind auch dabei, die eine gewisse Leichtigkeit haben, zu der man auch sagen kann, sie ist eine Bedeutungslosigkeit, auch immer die Spanne drin. Aber es sind auch einfach Songs dabei, bei denen man sich entscheiden muss, oder entscheiden kann, das gefällt mir, das mag ich überhaupt nicht. Und da bin ich sehr froh drum, weil das hatten wir nicht immer.

Mit freundlicher Genehmigung von SonyBMG/Columbia.

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