
Der Sommer 2011 ist wie alle vermutlich schon gemerkt haben gar kein Sommer. Das merken besonders die Veranstalter und die Besucher der sonst so beliebten Festivals. Wurde vor kurzer Zeit sogar das Searock Festival auf Grund der Wetterlage abgesagt, konnte das Dockville 2011 wie geplant stattfinden, wenn auch nur mit gewissen Einschränkungen.
Und im Falle des Dockville 2011 bedeutete das: Schlamm und Matsch. Das ist man doch aber als Festivalbesucher gewohnt, werden nun einige denken. Ganz richtig, die meisten Besucher waren mit ihren Gummistiefeln auch gut gerüstet, ein Mädel mit weißen Stoffturnschuhen hatte damit offenbar nicht gerechnet und selbige bereits vor dem eigentlichen Eingang abgeschrieben. Mit Dreck sollte man bei einem Festival eben immer rechnen, egal ob es viele Wochen lang vorher geregnet hat oder nicht.
Die Verantwortlichen vom Dockville 2011 waren da schon ein wenig besser vorbereitet. Kurz vor Beginn des Festivals hatte man noch Schotter und Kies an verschiedenen Stellen auf dem Gelände verteilt, das brachte am ersten Festivaltag auch durchaus noch etwas. Zu großen Bands wie Johnossi oder The Editors feierten die Festivalbesucher bei leichtem Nieselregen den Ausklang des Freitagabends. Zu später Stunde freute man sich dann nicht zu Unrecht über den Auftritt von Materia.
Der zweite Festivaltag führte besonders bei den Veranstaltern zum aufatmen. Seit vielen Tagen schien in Hamburg mal wieder die Sonne. So sehr, dass sich viele Besucher sogar einen leichten Sonnenbrand zuzogen und das, bevor sich die ersten Bands gezeigt hatten. Wer sich bereits zur ersten Band auf der Nebenbühne aus dem Zelt gekämpft hatte, wurde dann von einer noch sehr unbekannten Band aus Hamburg begrüßt und bezaubert. The Good Morning Diary nutze den Auftritt beim Dockville 2011 erstklassig und machten hervorragende Werbung für die erste EP mit dem Titel "The Day I Turned Into A Ghost", welche ab dem 19.08.2011 bei allen Downloadportalen verfügbar ist. Unbedingt kaufen! The Good Morning Diary ist (noch) ein echter Geheimtipp.
Bei dem ruhigen Auftritt eben genannter Band trat ein großes Problem auf, welches man eher von jungen Festivals kennt. Die Musik der Bühne ein paar Meter weiter, machte ein Zuhören recht schwierig. Hier sollte man sich als Veranstalter für die kommenden Jahre eine bessere Lösung überlegen. Und auch obwohl es in der Vornacht nicht geregnet hatte, war keine Besserung hinsichtlich der Schlammsituation beim Dockville 2011 zu beobachten. Sehr enttäuschend.
Alles andere als Enttäuschend war da schon das Programm am Samstagabend. Mit Casper stand ein Künstler auf der Bühne, um den sich momentan alle Veranstalter reißen. Nachdem sein Album vor kurzem auf Platz 1 schoss, erfreut sich der junge Musiker an reger Nachfrage. Hier bewiesen die Booker des Dockville 2011 ein extrem gutes Gespür. Solche Headliner lassen die Besucher alle Schwierigkeiten vergessen. Doch, Hamburg wäre nicht Hamburg, wenn es am letzten Festivaltag nicht noch einmal richtig zeigen würde, was schlechtes Wetter ist.
Strömender Regen wartete am Sonntag auf die vielen Camper. Das schlechte Wetter merkte man auch den übrigen Festivalbesuchern an. Viele Besucher die über ein mehrtägiges Ticket verfügten, strichen den Sonntag ganz aus ihrem Programm, was eine Schande war. Alleine die Auftritte vom Blog Party Sänger Kele und (...)Trail of Dead waren den anstrengenden Weg durch den Matsch bis zur Bühne wert. Und ein gutes hatte der Matsch: Den Besuchern des Dockville 2011 ist das Festival ab sofort nur noch unter dem Namen Schlammville bekannt. Wir sagen zu recht: Thank you very matsch, Dockville. Bis nächstes Jahr. Der Vorverkauf für das Dockville 2012 beginnt am 16.10.2011.
Foto: Stefan Malzkorn
Keine Neuigkeiten mehr verpassen!