
Techno stirbt nie. Mit den Ereignissen der Loveparadekatastrophe im vergangenen Jahr wird manches Details in Planung und Sicherheit sicher anders laufen. Dennoch: Gefeiert wird immer. Die Mutter aller Raves, die Mayday, zelebriert in diesem Jahr mittlerweile ihr 20-jähriges Bestehen. Grund genug, jede Menge Topstars in die Hallen zu holen. Fünf Locations sind es dieses Mal. Der Ravetanz in den Mai findet wie immer in den Dortmunder Westfalenhallen statt, das Motto "Twenty Young".
Die Helden des Techno sind dabei selbstverständlich: Sven Väth, Westbam, Jeff Mills. Trance liefern Leute wie Paul van Dyk und Sander van Doorn. Aber auch Newcomer wie Laserkraft 3 D sind mit dabei. Über 50 Acts sind geladen.
Zum ersten Jubiläum übt man sich auch in Nostalgie mit DJs aus den Anfangszeiten: die ehemalige Mitbewohnerin Westbams, Marusha zum Beispiel, oder auch Ilsa Gold, Hardsequencer oder Hooligan. Sie bekommen eine eigene Stage, den neuen "Twenty Young Dome" und spielen Tracks und Hymnen aus den Techno-Gründerjahren. Sound, Licht und Deko werden im "Retro-Stil" präsentiert. Aber es bleibt auch in den anderen Hallen spannend: Knapp die Hälfte der Künstler der vier weiteren Areas "Arena", "Empire", "Factory" und "Mixery-Casino" treten zum ersten Mal bei der Mayday auf.
Und noch einen Geburtstag gilt es zu feiern: Sven Väth begeht in Dortmund sein 30-jähriges Bühnenjubiläum. "Mayday ist einfach das Original, die Mutter aller Raves", freut er sich. Und DJ-Ikone Westbam ergänzt: "Keine andere Veranstaltung der Welt verbindet die frühen Aufbruchtage mit allen folgenden Technogenerationen".
Er muss es wissen, schließlich ist Maximilian Lenz der einzige DJ, der bei jeder
Mayday auf der Bühne stand. Am 30. April feiert aber auch er eine Premiere: Gleich zweimal wird er in der Nacht auflegen, in der "Arena" und mit einem exklusiven Classic-Set im "Twenty Young Dome".
Mayday, Mayday lautet der Hilferuf am 14. Dezember 1991 in der Berliner "Halle
Weißensee". Der Jugendradiosender "DT64" stand vor dem Aus, eine Hiobsbotschaft für die noch firsche deutsche Technoszene. Der Sender war einer der wenigen, der elektronische Musik über das Radio verbreitete. Verschiedene Szeneaktivisten organisierten eine Protestparty und ahnten nicht, was sich daraus entwickeln sollte. Die Mayday-Geschichte ist Rave-Geschichte. Schon 1993 folgt der Umzug in die größte Veranstaltungslocation Deutschlands: 16.000 "raven" in der Westfalenhalle Dortmund – der Beweis, dass House und Techno kein Hype sind, sondern die prägende Jugendkultur dieser Zeit. Seit dem wird MAYDAY als "die Mutter aller Raves" bezeichnet und findet so oft statt wie Techno tot gesagt wird.
Samstag, 30. April, von 18 Uhr bis 9 Uhr, Westfalenhallen Dortmund. Tickets gibt es an den bekannten Vorverkaufsstellen und unter 0261/9215840.
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